Sicherheitsplomben – Fragen und Antworten

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Was sind Sicherheitsplomben?

Vorab, Sicherheitsplomben und Siegel sind kein Ersatz für Schlösser oder sonstige Verriegelungen, sondern Indikatoren, die einen Zugriff anzeigen. Sicherheitsplomben sind industrielle Sicherheitsprodukte und damit spezielle Lösungen, die unterschiedliche Schutzmechanismen bieten, um einen Zugang ohne Spuren zu hinterlassen erheblich erschweren bzw. verhindern.

Hinter jeder Sicherheitsplombe steht immer ein Versprechen !

Sicherheitsplomben werden verwendet, um anzuzeigen, dass etwas geöffnet wurde. Dahinter, dass etwas nicht geöffnet wurde, steht immer ein Versprechen.
Solange die Plombe intakt ist, gilt z.B.:
der Sender ist vertrauenswürdig,
die Ware ist Original,
der Inhalt ist komplett,
der Inhalt wurde nicht kontaminiert,
– die Kühlkette wurde nicht unterbrochen,
– das Dokument wurde nicht verändert,
– der Zähler wurde nicht modifiziert,
– usw.

Sicherheitsplomben können nur einmal genutzt werden !

Spezielle Verschluss- bzw. Selbstzerstörungsmechanismen stellen sicher, daß die Plomben nach dem Öffnen nicht wieder genutzt werden können.

Die Zerstörung von Sicherheitsplomben ist irreversibel !

Sicherheitsplomben sind nur einmalig nutzbar. Neben den technischen Besonderheiten der Verschlüsse machen auch Farbe, Form und vor allem die eindeutige Nummerierung jede Plombe einzigartig.

Wichtig: Die ordentliche Dokumentation !

Für den richtigen Einsatz einer Sicherheitsplombe ist eine ordentliche Dokumentation notwendig. Die meisten Plomben und Siegel verfügen dazu über eine einzigartige Nummerierung (numerisch oder alphanumerisch), manchmal erweitert um graphische Merkmale, wie z.B. ein Firmenlogo. Neben Plombentyp und Farbe gehört diese Nummer zur Dokumentation und bietet so den eindeutigen Nachweis für die Einhaltung des Versprechens.
Die Farbe der Plombe wird für eine gute Erkennbarkeit gewählt (z.B. gelb oder rot als Warnfarben), zeigt einen Prozess an (z.B. eine Farbe für ausgehende Ware, eine andere Farbe für eingehende Ware), steht für eine Zugehörigkeit (Abteilung, Handwerk, etc.) oder steht für das Corporate Design einer Firma.

Sicherheitsplomben begleiten immer einen Prozess !

Von den vielen Prozessen in Unternehmen sichern Plomben nur einen Teilschritt. Um diesen Teilprozess auch ohne Aufsicht abzugrenzen, stellt die Plombe die visuelle Darstellung eines individuellen Versprechens dar. Sobald der Teilprozess abgeschlossen und die Plombe entfernt wurde, hat sie keine weitere Funktion.

Barcodes ermöglichen die automatisierte Erfassung der Plombennummer, um diesen Teilprozess bzw. das individuelle Versprechen einfacher zu dokumentieren.

Wie werden Sicherheitsplomben kategorisiert?

Indikativplomben und Sicherheitsplomben

Je nach Grad der Stabilität werden Plomben und Siegel in Indikativplomben oder Sicherheitsplomben unterteilt.

Indikativplomben (lt. International Organization for Standardization: indicative seal) haben vor allem eine sichtbare Funktion und sind leicht entfernbar (z.B. Notarzt Koffer, Notbremse, Notausgang, Feuerlöscher).

Sicherheitsplomben (lt. International Organization for Standardization: security seal) verbinden auch funktionelle Aufgaben (z.B. Verschliessen von Säcken oder Türen) und sind entsprechend stabiler.

ISO 17712:2013 / Hochsicherheitsplomben

Eine besondere Kategorie stellen Hochsicherheitsplomben (lt. International Organization for Standardization: high-security seal) dar. Für diese Plomben müssen Nachweise einer vorgegebenen Mindeststabilität erbracht werden. Ausserdem muss die Produktions- und Vertriebskette nachweisbar sein. Die Vorgaben dazu werden in der ISO 17712:2013 beschrieben und die Plomben nach erfolgreichem Audit mit einem (H) markiert. Hochsicherheitsplomben werden entsprechend in reglementierten Bereichen eingesetzt, wie z.B. Verzollung von Containern im internationalen Versand.

Das Prüfzertifikat nach ISO 17712 wird nicht vom Hersteller erteilt !

WICHTIG: Eine ISO Norm stellt keine Zertifizierung dar (www.iso.org), sondern beschreibt einen Standard für Material und Vorgänge, der von autorisierten Prüfern per Audit bestätigt werden muss. Ein Prüfzertifikat wird von diesen unabhängigen Prüfern, und daher nicht von den Herstellern, erstellt.

Seit wann gibt es Sicherheitsplomben?

Die historiche Entwicklung

Schon vor rund 2000 Jahren haben die Römer Plomben aus Blei genutzt (Plumbum, lat.: Blei), wie Funde in Trier beweisen, und so die Idee und den namentlichen Grundstein für die heutigen Sicherheitsplomben gelegt. Der Begriff Plombe wurde jedoch aus dem französischen plomber abgeleitet, welches wiederum vom altfranzösischen plomer („mit Blei versehen“) stammt. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Wort Plombe ins Deutsche übernommen.

Währenddessen wurden im 14. Jahrhundert in Europa Wachssiegel genutzt, um meist mit einem Siegelring, Wachs und einem Band die Echtheit eines Dokuments nachzuweisen.

Die Durchziehplombe entsteht

In der jüngeren Geschichte markiert 1958 den ersten Meilenstein für unsere heutigen Plomben. In dem Jahr wurden von Thomas & Betts, einem Elektrounternehmen, Kabelbinder unter dem Markennamen Ty-Rap entwickelt. Ursprünglich wurden sie für Flugzeugkabelbäume entwickelt. In der damaligen Ausführung wurde eine Metall-Zahnung für den Verschluss verwendet, welche immer noch erhältlich ist. Typischerweise werden sie jedoch heute hauptsächlich aus Polyamid 6.6 (Nylon) gefertigt.

Da man Kabelbinder mit einer Nadel wieder öffnen kann, wurden bessere Verschlüsse entwickelt und Beschriftungsfelder (in den 80-er Jahren) mit eindeutiger Nummerierung hinzugefügt. Dies beschreibt schon die Funktion einer Durchziehplombe, während unterschiedliche Materialien und Verschlusstypen heute die Vielseitigkeit solcher Plomben ermöglichen. Fixe Verschlüsse, also Plomben, die nicht wie ein Kabelbinder zusammengezogen werden können, werden heute als Fixlängenplomben vermarktet.

Moderne Sicherheitsplomben

Befestigungslösungen gab es zwar auch schon früher aus Metall, aber die heute als Metallplomben spezifizierten Plomben, wie Drahtseilplomben und Containerplomben, folgten erst in den 90-er Jahren.
Mittlerweile werden Plomben immer vielseitiger, bunter und funktioneller. So führt die Beschriftung z.B. der Durchziehplomben mit Barcodes zu schnelleren und fehlerfreien Anwendungen (z.B. SEAL CAPTURE), die Verbreitung mobiler und stationärer elektronischer Systeme erlaubt aber auch die Nutzung von RFID und NFC mit Plomben.

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